Kurzinfo Werkrealschulen

Unsere Position

Die neue Werkrealschule vergibt die Chance auf längeres gemeinsames Lernen und ändert nichts an den Problemen des %-gliedrigen Schulsystems. Die Schülerzahl an Haupt- und Werkrealschulen wird in den nächsten Jahren wie auch an den reinen Hauptschulen weiter sinken. Die Werkrealschule wäre nur dann zukunftsfähig, wenn an ihr zumindest auch der echte Realschulabschluss möglich wäre und damit ein Einstieg in eine Gemeinschaftsschule mit zehn Schuljahren gelingt.

Die von der Landesregierung vorgegebene Zweizügigkeit für die Werkrealschule beschleunigt das Aus für viele der rund 800 einzügigen Hauptschulstandorte. Die SPD hingegen will möglichst viele Standorte erhalten. Wir wollen grundsätzlich zehn Schuljahre für alle Schüler und den Hauptschul-, den Werkrealschul- und auch den echten Realschulabschluss anbieten. Bei konsequenter individueller Förderung der Schüler ist dies auch an '-zügigen Hauptschulstandorten möglich und stabilisiert diese nachhaltig. Wir erreichen, dass die weiterführende Schule im Dorf bleibt. Auch die überfüllten, teilweise für die Kinder mit langen Schulwegen verbundenen Realschulen werden dadurch entlastet.

Die Lage

Die Landesregierung führt mit der Werkrealschule einen vierten weiterführenden Schultyp ein. Bei der Grundschulempfehlung wird er aber mit der Hauptschule gleichgesetzt; dem Schülerrückgang an den bisherigen Hauptschulen/Werkrealschulen wird nicht entgegensteuert. Nur mindestens zweizügige Hauptschulen sollen Werkrealschulen werden können. Die einzügigen Hauptschulstandorte werden dadurch weiter abgehängt.

Die Regierungspläne verhindern auch in Zukunft einen echten Schritt in Richtung Durchlässigkeit. Entgegen ihrer Aussage im Landtag, den Zugang zur 10. Klasse der Werkrealschule durch ein Versetzungszeugnis erfolgen zu lassen, soll es nun eine Zulassungsbeschränkung geben. Damit perfektioniert die Regierung ihren Trennungs-Wahn. Auch für die Aufnahme nach der 10. Klasse der Werkrealschule auf ein berufliches Gymnasium soll der benötigte Notendurchschnitt in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch von 3,0 (dieser gilt derzeit für Werkrealschüler und für „echte“ Realschüler) auf 2,4 angehoben werden.

Wie geht es weiter?

Der Gesetzentwurf zur Einführung der Werkrealschule soll vor der Sommerpause im Landtag verabschiedet werden. Die SPD will diese Gelegenheit nutzen und mit Änderungsanträgen den Einstieg in die Gemeinschaftsschule erreichen und damit allen Schulstandorten eine Zukunftsperspektive geben. Die Landtagsfraktion lädt Schulträger, Bürgermeister, Gemeinderäte und Elternvertreter am Freitag, 3 Juli 2009 zu einer Anhörung nach Stuttgart ein.

Ansprechpartner

Dr. Frank Mentrup MdL, Bildungspolitischer Sprecher
frank.mentrup@spd.landtag-bw.de

Norbert Zeller MdL, Vorsitzender Schulausschuss
norbert.zeller@spd.landtag-bw.de

Elvira Drobinski-Weiß MdB, Projektgruppe Bildung
elvira.drobinski-weiss@bundestag.de

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