Es mehren sich die Hinweise, dass immer mehr Kinder aus finanziellen Gründen nicht am gemeinsamen Essen in Schulen und Kindergärten teilnehmen. Insbesondere Kinder aus Familien, die Arbeitslosengeld II beziehen, sind davon betroffen. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) der Universität Bonn kommt in einer Studie zum Schluss, dass das Arbeitslosengeld II nicht ausreicht, um Kinder und Jugendliche ausgewogen zu ernähren.
Die soziale Ausgrenzung in Schulen und Kindergärten beginnt also bereits beim Mittagessen. Dabei ist es aus Sicht der Kinder unerheblich, ob ihre Eltern das Geld dafür nicht haben oder mit dem vorhandenen Geld nicht vernünftig umgehen können. Die Kinder jedenfalls haben es nicht zu verantworten, leiden aber unter der Situation, weil sie ausgegrenzt werden.
Doch nicht nur soziale Gründe sprechen dafür, das gemeinsame Mittagessen aller Kinder als eine öffentliche Aufgabe in den Blick zu nehmen. Gerade im Zusammenhang mit der Ganztagsschule kommt dem gemeinsamen Mittagessen in der Schule eine besondere Bedeutung zu. Es gehört zum integralen Bestandteil des Ganztagsschulangebots. Erfolgreiches Lernen setzt voraus, dass sich die Kinder ausreichend und gesund ernähren. Darüber hinaus ist das gemeinsame Einnehmen eines warmen Mittagessens ein wichtiger Bestandteil des sozialen Lernens und der Gesundheitserziehung.
SPD: Warmes Mittagessen für alle Kinder!
Mit einer unbürokratischen Regelung will die SPD Baden-Württemberg sicherstellen, dass an Schulen und Kindertagestätten mit ganztägigem Angebot künftig allen Kindern ein warmes Mittagessen zu einem Preis ausgegeben wird, der für die Familien bezahlbar ist. Nach dem SPD-Vorschlag soll das Land all jenen Kommunen einen Zuschuss von einem Euro je Essen anbieten, die ihrerseits von den Kindern nicht mehr als einen Euro für das warme Mittagessen verlangen. Die Familien sollen nach diesem Finanzierungsmodell je Mittagessen und Kind also maximal einen Euro bezahlen. Insgesamt hat die SPD-Fraktion für die Essenszuschüsse des Landes an die Kommunen im Nachtragshaushalt 2007/2008 einen Betrag von 32 Mio. Euro beantragt.
Es darf nicht sein, dass im reichen Baden-Württemberg Kinder auf ein warmes Essen verzichten müssen, weil sich ihre Familien das nicht leisten können. Der Ministerpräsident hat dazu – wie so oft – wohlfeile Versprechungen gemacht und auch das Land in der Verantwortung gesehen, ohne dass daraus konkrete Schritte entstanden wären. Eine gesunde Ernährung und gemeinsam eingenommene Mahlzeiten sind wesentliche Bestandteile ganztägiger Bildungsangebote und das Land muss hier seinen Beitrag leisten.