Der demografische Wandel schlägt auch auf die Entwicklung der Schülerzahlen durch: sie werden an den allgemein bildenden Schulen (öffentlich und privat) nach Prognosen des Statistischen Landesamtes bis 2025 um insgesamt 23 Prozent zurückgehen (bezogen auf das Schuljahr 2006/07) – am stärksten betroffen ist die Hauptschule mit einem Rückgang von 33 Prozent. Land- und stadtkreisbezogene hat das Statistische Landesamt für 2015/16 prognostiziert. Dabei zeigen sich große regionale Unterschiede.
Hinzu kommt, dass sich das Übergangsverhalten von der Grundschule auf die weiterführenden Schularten stark verändert hat – die Eltern wollen gute, die besten Bildungschancen für ihre Kinder. Im Schuljahr 2007/08 wechselten 39,5 Prozent der Schüler nach Klasse 4 auf das Gymnasium. Im Gegenzug geht die Übergangsquote auf die Hauptschule immer weiter zurück (26,5 Prozent im Schuljahr 2007/08).
Vor diesem Hintergrund werden kurz- und mittelfristig zahlreiche Haupt-, aber auch Grundschulstandorte in ihrer Existenz gefährdet sein. Im Schuljahr 2006/07 wiesen insgesamt 410 Hauptschulen weniger als 100 Schüler aus. Davon hatten 227 weniger als 85 Schüler; dies ist die vom Kultusministerium angesetzte Größe für einen tragfähigen Hauptschulstandort. Jede dritte Hauptschule (insgesamt gibt es 1.200 landesweit) liegt also bereits unter oder nur knapp über der Mindestgröße.
Das SPD-Ziel sind leistungsfähige und wohnortnahe Schulstandorte. Die Schulen gehören, buchstäblich, ins Dorf. Sie sind ein wichtiger Standortfaktor für die Kommune und die SPD ist sich dabei einig mit den Eltern, die sich ein gutes und wohnortnahes Schulangebot für ihre Kinder wünschen.
SPD: Gemeinschaftsschule einführen
Wer bei rückläufigen Schülerzahlen die Schule im Ort halten will, der darf die wenigen Schüler nicht länger auf drei weiterführende Schularten verteilen, sondern muss sie länger gemeinsam lernen lassen. Dieser Weg sicher die Schulen - auch im ländlichen Bereich.
Die SPD will deshalb – und aus Gründen der besseren Bildungschancen für alle Kinder – schrittweise die zehnjährige gemeinsame Schule.
In einem ersten pragmatischen Schritt sollte die Grundschulzeit auf sechs Jahre verlängert werden. Daran schließt sich die vierjährige Gemeinschaftsschule (Zusammenschluss der bisherigen Haupt- und Realschulen) mit neuem pädagogischem Konzept an.
Parallel dazu bildet das sechsjährige Gymnasium die zweite Säule. Wenn vor Ort gewünscht, kann dieser Gemeinschaftsschule auch ein gymnasialer Zweig angegliedert werden. Dieses Konzept hat die SPD-Landtagsfraktion in einem Gesetzentwurf zur Änderung des Schulgesetzes in den Landtag eingebracht.
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Darüber hinaus sollen alle Kommunen, die vor Ort passgenaue, innovative Schulkonzepte entwickelt haben, die Möglichkeit erhalten, diese umzusetzen. Die Landtagsfraktion bereitet dazu im Frühsommer 2008 einen entsprechenden Antrag vor.