Gute Wirtschaft - Soziales Baden-Württemberg

SPD Markgröningen diskutiert kommunale Energiewende

Die SPD Markgröningen lud im Herbst zu einer Veranstaltung zum Thema Energieversorgung ein. Gleich zu Beginn der Veranstaltung stand die Besichtigung der Sonnenweide an der Ludwig-Heyd-Schule auf dem Programm. Hier wurde die Entstehungsgeschichte des AK Energie der Lokalen Agenda erläutert. Geboren wurde die Idee zum AK Energie aus einem von den Vereinten Nationen beschlossenes Aktionsprogram für nachhaltige Entwicklung. Nachhaltigkeit in der Energieerzeugung war Anlass für einige Bürger, sich in dem Arbeitskreis zu engagieren. Unterstützt wurde Herr Borowski von Herrn Porth, der die Anlage an der Ludwig-Heyd-Schule installierte. Die Sonnenweide an der LHS hat bis zu unserem Besuch 87.701 kWh ins Netz eingespeist. Allein durch diese Anlage konnten bislang rund 44 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart werden.

Im Anschluss an die Besichtigung wurde zum Gespräch mit Heinrich Blasenbrei-Wurtz gebeten. Der Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Energiegenossenschaft Ingersheim erläuterte den Zuhörern die wichtigsten Punkte für eine effiziente und auf regenerativen Ressourcen basierende Energieversorgung vor Ort. Hauptproblem, so Blasenbrei-Wurtz, ist der hohe Kohlenstoffdioxid-Ausstoß – verursacht von Industrie, aber auch von Privathaushalten. Bei der Stromerzeugung in Kohlekraftwerken wird zum einen CO2 ausgestoßen, zum anderen warmer Wasserdampf erzeugt, der in die Luft abgegeben wird. Durch veraltete und mit hohem Energieverbrauch ausgestattete Maschinen und Geräten in der Industrie und im Haushalt wird diese Art von Stromproduktion indirekt gefördert. Auch verursacht  der zunehmende Autoverkehr immer mehr Abgase. Ein Umdenken muss bei der Bevölkerung stattfinden – so wie es nach der Atomkatastrophe in Japan in zum Teil in Deutschland bereits stattgefunden hat, meint der Unternehmer.

Nach Ansicht von Heinrich Blasenbrei-Wurtz leistet die dezentrale Energieversorgung einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Er berichtete von dem Bau des Ingersheimer Windrads und die dazugehörigen Windmühlen, gegen die viele Befürworter ankämpfen mussten. Nach einer Umfrage der Ingersheimer SPD steht die Bevölkerung hinter dem Projekt. Eine Bürgerbeteiligung bei dieser Thematik ist von großer Bedeutung.

In Markgröningen hat die Sonnenweide bereits unter Beweis gestellt, dass eine Investition zur regenerativen Energiegewinnung mit Bürgerbeteiligung erfolgreich ist – sowohl ökologisch sinnvoll als auch ökonomisch rentabel. Für Blasenbrei-Wurtz sind auch weitere verschiedene Möglichkeiten einer Energiegewinnung denkbar. Die Versorgung von Wohngebieten über Holzhackschnitzelanlagen und die Gewinnung von Strom und Wärme durch Blockheizkraftwerke oder über Geothermie sind weitere Möglichkeiten für die dezentrale Energieversorgung. Aktive Bürger können diese Entwicklung positiv beeinflussen.


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